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Ablauf einer Knieprothesen-Operation


Sprechstunde und Diagnosestellung

An erster Stelle steht immer ein Sprechstundentermin, in dem das Knie begutachtet und untersucht wird. Dazu gehören in den meisten Fällen ein Röntgenbild und eventuell auch eine Magnetresonanz-tomografie. Eine Anamnese (Krankengeschichte) wird erhoben. Kann dann die Diagnose einer Abnützungserkrankung des Knies (Arthrose) gestellt werden, werden die verschiedenen Therapiemöglichkeiten erörtert.

Grundsätzliche stehen am Anfang konservative (nicht-operative) Massnahmen. Diese beinhalten Aktivitätsanpassung, Physiotherapie mit Stärkung der kniegelenksumgebenden Muskulatur. Des Weiteren können Infiltrationstherapien versucht werden. Hervorzuheben hier ist insbesondere die ACP-Therapie (autolog konditioniertes Plasma, Eigenbluttherapie).

Sind die Beschwerden jedoch durch nicht-operative Massnahmen nicht mehr beeinflussbar, rücken die operativen Möglichkeiten in den Vordergrund. Dabei sind es beim Knie vor allem die minimalinvasive Operation (Kniearthroskopie) oder dann bei fortgeschrittenen Abnützungserkrankungen das künstliche Kniegelenk.


Vorbereitung mit der Physiotherapie

Auf Wunsch kann vor der Operation eine Instruktion durch die Physiotherapie erfolgen. Hier wird bereits vor der Operation gezeigt, wie man mit den Stöcken gehen muss und welche Verhaltensmuster wichtig sind.


Ablauf der Operation

Als erstes wird eine Untersuchung z.B. beim Hausarzt durchgeführt (Blutentnahme, Herzkurve/EKG). Dies dient der optimalen Vorbereitung auf die Narkose. Danach erfolgt der Eintritt entweder ein Tag vor oder am Tag der Operation. Die Operation selbst dauert dann ungefähr eine Stunde.

Eine kurze Nachbehandlung im Aufwachraum ist wichtig für die Überwachung, dann erfolgt die Verlegung auf die Abteilung.

Die ersten Tage dienen vor allem der optimalen Einstellung der Schmerztherapie und einer Instruktion durch die Physiotherapie. Das Gehen mit Stöcken wird für die ersten sechs Wochen empfohlen um Stürze zu vermeiden. Ebenfalls wird während der ersten sechs Wochen eine sogenannten Thromboseprophylaxe (Blutverdünnung) durchgeführt, um die Gefahr der Thrombosen möglichst gering zu halten.

In den meisten Fällen ist man nach ungefähr einer Woche wieder fit für den Alltag und kann das Spital verlassen. In seltenen Fällen schliesst sich an die Hospitalisation eine stationäre Rehabilitation an.


Nachbehandlung

Während der ersten sechs Wochen erfolgt zur Sicherheit eine Stockunterstützung, eine Entlastung des Kniegelenkes ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig. Der Aufbau der Kniegelenksbeweglichkeit erfolgt einerseits durch die Physiotherapie, andererseits durch eine nach Hause gelieferte Bewegungsschiene.

Die meisten Patienten sind nach zwei bis drei Monaten wieder im Alltag und können ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Die Rehabilitationszeit ist jedoch individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Regelmässige Nachkontrollen bei ihrem Operateur sind insbesondere in den ersten paar Monaten nach der Operation wichtig, um den Verlauf der Heilung zu überwachen.

 Dr. med. Matthias Schmied (Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie)

Dr. med. Matthias Schmied (Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie)